In Rissen zwischen Wedel und Blankensee gelegen, nicht so bekannt aber mit Elbzugang, hat der Bücherfuchs seinen Bau.
Rissen beherbert rund 16.500 Einwohner auf 16,65 km².
Seit 2024 führt Frau Peters die Buchhandlung, die nach einer Figur aus der „Schule der magischen Tiere“ benannt ist.

Seit wann haben Sie mit dem Gedanken einer eigenen Buchhandlung gespielt und warum ist es diese Buchhandlung geworden?

Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Buchhändlerin in Hessen gemacht. In der Buchhandlung bin ich aufgeblüht, die Arbeit hat mir wahnsinnig gut gefallen. In dieser Zeit kam dann auch der Gedanke an eine eigene Buchhandlung auf. Deshalb habe ich mich für das Studium
"Buchhandels- und Medienmanagement" entschieden. Bevor ich aber eine eigene Buchhandlung übernehmen wollte, wollte ich die andere Seite der Buchbranche kennenlernen und habe eine Stelle im Vertrieb bei Hoffmann und Campe angetreten. Als 2016 mein erster Sohn auf die Welt kam, sind wir nach Rissen gezogen. Dort bin ich dann auf die Buchhandlung Buchhaus Bettina Steyer gestoßen. Mir war sofort klar, dass ich mich dort wohlfühlen würde und das dies eine Buchhandlung ist, die ich gerne irgendwann übernehmen würde. Frau Steyer und ich sind stets in Kontakt geblieben und ein paar Jahre später konnte ich dort anfangen zu arbeiten. Dies gleich mit dem gegenseitigen Wunsch, dass ich die Buchhandlung irgendwann übernehme. Als meine Kinder dann in die Grundschule gekommen sind, hat es vom Zeitpunkt gepasst und ich habe den Schritt gewagt.

Wie haben Sie sich auf die Übernahme vorbereitet?

Meine Vorgängerin hat mich in den Jahren davor immer schon mal in das Ein oder Andere eingewiesen und ist auch jetzt, als meine Angestellte, immer an meiner Seite. Sie beantwortet mir jede Frage und unterstützt mich. Zudem habe ich Unterstützung vom Börsenverein erhalten in Form von Besuchen, Gesprächen und Kontaktvermittlungen.
Ich habe viel mit anderen Buchhändlerinnen gesprochen, die in den letzten Jahren eine Buchhandlung übernommen haben. Der Austausch hat mir sehr geholfen. Austausch war sowieso das Wichtigste in der Zeit.
Ansonsten habe ich Familie und Freunde ins Boot geholt. Ohne diese hätte ich die Zeit des Umbaus und der ersten Wochen nicht geschafft.

Sie haben die Buchhandlung Steyer übernommen und die Buchhandlung in Bücherfuchs umbenannt. Was haben Sie noch geändert, was haben Sie bewahrt?

Genau! Den Namen hat übrigens mein großer Sohn erfunden. Wir haben zu der Zeit viel "Die Schule der magischen Tiere" gelesen und Rabbat, der Fuchs, war sein Lieblingscharakter. Deshalb hatten wir gleich ein gutes Gefühl bei dem neuen Namen.
Geändert habe ich erstmal nur Äußerliches. Frau Steyer hat mir ein toll zusammengestelltes Sortiment hinterlassen. Ich habe ein wenig ausgemistet und die Buchhandlung etwas aufgehübscht. Wir haben einen neuen Boden, Tresen, Tische und eine schöne Tapete bekommen. So haben wir beispielsweise auch eine neue Sitzecke integriert. Ich habe versucht ein einheitliches Farbkonzept, passend zum Logo, durchzusetzen. Der neue Look kam zum Glück auch bei den Kunden sehr gut an. Zudem habe ich den Social Media Auftritt erneuert.
Im Laufe des Jahres habe ich dann vor allem die Beziehung zu Schulen und Kitas stark ausgebaut und mich viel um das Thema Leseförderung gekümmert, welches mir sehr am Herzen liegt. Hier bin ich auch stets im Gespräch mit den Kindern und kann gezielt neue um Produktgruppen erweitern, die gerade gefragt sind.
Wir haben dann auch angefangen Veranstaltungen anzubieten. Erst ein paar Kinderlesungen, viel Bilderbuchkino, dann auch sehr erfolgreich "Buchgenuss nach Ladenschluss" und jetzt folgt bald die erste Krimilesung. Mal schauen was noch folgt!

Sie haben Familie und sind Inhaberin einer Buchhandlung. Wie geht das?

Es geht mal gut und mal nicht so gut. Die Familie muss natürlich viel mehr wegstecken als früher.. aber sie sind auch mehr involviert. Meine Söhne gehen zusammen mit mir Verlagsvorschauen durch, lesen Probe, kommen auch mit auf Veranstaltungen und fühlen sich generell sehr verbunden mit dem Laden. Mein Mann und der Rest meiner Familie unterstützen mich sehr, sodass ich auch mal länger im Laden bleiben oder Abendveranstaltungen abhalten kann.
Ich habe aber auch ein gutes Team, dass es mir zum Großteil ermöglicht am Nachmittag Feierabend zu machen, um die Kinder von der Schule abzuholen. Es ist mir sehr wichtig dann die Zeit mit den Kindern zu verbringen. Trotzdem arbeite ich natürlich auch viel von Zuhause vom Laptop aus.
Es ist nicht einfach und oft eine Doppelbelastung. Man ist ständig mit den Gedanken überall und eigentlich immer irgendwo am Arbeiten. Trotzdem würde ich es jederzeit wieder so machen, da es einfach schon lange mein Traum war und es mir auch so viel zurückgibt. Und wenn ich höre, dass meine Familie stolz auf mich ist und sich mit der Buchhandlung verbunden fühlt... meine Kunden glücklich sind und sich über jede Neuerung freuen.. dann ist es das alles mehr als wert.

Wie sieht Ihre Vision für die Zukunft der Buchhandlung aus?

Ich würde mir wünschen, dass die Buchhandlung auch weiterhin ein wichtiger Ort für die Menschen aus Rissen und der Umgebung ist. Ein Ort des Wohlfühlens und Zusammenkommens. Dafür versuche ich nah am Kunden und stets up to date zu bleiben. Auch hoffe ich, dass die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas weiterhin so gut verläuft und die Kinder zahlreich in die Buchhandlung strömen.


Von Mitglied zu Mitglied: Beim Bücherfuchs

Der Landesverband Nord fragt in seiner Video-Reihe „Von Mitglied zu Mitglied“: Wer sind unsere Mitglieder, wo sind sie lokalisiert, was treibt sie an?
Bei jedem Mitgliedsbesuch wollen sie zeigen, wer sich hinter der Firmierung verbirgt. Mit kurzen Videos und Fotostrecken zeigen sie die Mitglieder vor Ort und bieten Ihnen einen Einblick in deren Geschäft.
Hier finden Sie weitere Videos von Besuchen vor Ort:
https://www.boersenverein-nord.de/mitgliedschaft/von-mitglied-zu-mitglied/